Modul 7
Produktions- und Ergebnisphase

KREATIVE PRODUKTION IN GARAGEBAND

Kreative Musikproduktion

Im letzten Modul wird die eigentliche Produktionsphase eingeführt, begleitet und reflektiert. Du erprobst kreative Techniken zur Bearbeitung und Gestaltung von Sound mithilfe digitaler Tools und erhältst einen Überblick über digitale Produktionsprozesse – von Beat und Bassline über Melodiegestaltung bis hin zu Arrangement und Sounddesign. Gleichzeitig entwickelst du ein Verständnis dafür, welche Potenziale diese Arbeitsweisen für einen kompetenzorientierten, handlungsorientierten Musikunterricht bieten.

MIDI-Interpolationen bearbeiten

Zunächst konzentrieren wir uns auf die kreative Arbeit mit den Interpolationen, die mithilfe von MIDI-Spuren erzeugt wurden. Da bei selbst eingespielten Interpolationen bereits grundlegende musikalische Entscheidungen getroffen wurden. Zwar lassen sich auch diese Audiospuren nachträglich noch bearbeiten, doch ist der Bearbeitungsspielraum im Vergleich zu MIDI deutlich eingeschränkter.

Überlege dir nun, wie du deine musikalischen Elemente kreativ ausgestalten möchtest.

Im nächsten Schritt schaust du dir das Video MIDI-Spuren mit iPad erstellen und bearbeiten an. Versuche anschließend, deine geplanten Anpassungen direkt in deinem Projekt umzusetzen.

  • Auswahl des Instruments
  • Tonart/ Tonhöhe für ganze Spur verändern
  • Tempo anpassen
  • Anschlagsdynamik
  • Quantisierung (Timing der Noten)
  • Umkehren (Spur spiegeln)
  • Einzelne Töne in der Tonhöhe verändern
  • Einzelne Töne kürzen oder verlängern

MIDI-Spuren in GarageBand erstellen und bearbeiten

Hier folgt in Kürze ein Video.

Audiospuren bearbeiten

Falls du  deine selbst eingespielten Audiospuren kreativ weiterverarbeiten möchtest oder zusätzlich zu deiner Interpolation noch ein Sample einsetzen und bearbeiten willst, kannst du dies in GarageBand in begrenztem Umfang tun. Die Bearbeitungsmöglichkeiten umfassen vor allem das Zuschneiden bzw. Umarrangieren, das Hinzufügen von Effekten sowie den Einsatz von Automationen. Sieh dir hierzu gern die Videos Audiospuren in GarageBand bearbeiten und Audiospuren in GarageBand einfügen an.

Überlege dir anschließend, welche der gezeigten Anpassungen zu deinem Song passen könnten und probiere sie in deinem Projekt aus.

  • Zuschneiden/Neu Arrangieren
  • Umkehren
  • Effekte hinzufügen
    • Reverb
    • Equalizer
    • Echo
  • Live Remix aufnehmen und als Spur verwenden
    • Filter, Repeater, Wobble, Hall, Orbit und Delay
    • Gater, Downsampler
    • Umkehren, Scratchen und Tape-Stopp
  • Automationen
    • Lautstärke
    • Effektverläufe

Audiospuren in GarageBand bearbeiten

Hier folgt in Kürze ein Video.

Audiospuren in GarageBand einfügen

Hier folgt in Kürze ein Video.

Kreatives Interpolieren

Sobald das musikalische Ausgangsmaterial vorbereitet ist, also Instrument, Stilistik, Tempo und Tonart feststehen und die Interpolationen eingespielt oder importiert wurden, folgen weitere Gestaltungsschritte. Diese beziehen sich auf die kreative Vertiefung und das Arrangement.

Überlege dir nun, wie du deinen eigenen Songteil im Hinblick auf die folgenden vier Punkte gestalten möchtest und setze diese Überlegungen anschließend in deinem Projekt um.

  • Wie lässt sich das übernommene musikalische Material weiterentwickeln?
    • Motiv verändern, rhythmische Variationen, Phrasierung anpassen
  • Welche eigenen musikalischen Ideen möchte ich ergänzen?
    • eigene Melodie, Bassline, Akkordfolge, rhythmische Patterns
  • Wie füge ich meine eigenen Ideen so ein, dass sie stilistisch zu den Interpolationen passen?
  • Wie kann ich Übergänge gestalten, damit der Songteil flüssig wirkt?
  • Wie kann ich den Wiedererkennungswert des Originals erhalten aber dennoch etwas Eigenes schaffen?
    • Wie viel eigener Anteil ist sinnvoll?
  • Welche Funktion soll die Interpolation im Song übernehmen?
    • Hook, Intro, Übergang, Bassfundament, atmosphärisches Element
  • Wie oft soll die Interpolation im Song auftauchen und wie lang soll sie sein?
  • Wie fügt sich die Interpolation in das 16-Takte-Arrangement ein?
  • Welche Effekte möchte ich verwenden?
    • z.B. Reverb, Delay, Filter, Modulation
  • Wie mische ich die einzelnen Elemente?
    • Laustärke, Panorama, EQ
  • Wie sorge ich für eine stimmige Gesamtwirkung?
  • Ist meine Interpolation deutlich genug vom Original unterscheidbar?
    • Habe ich mit Hilfe der Interpolation was Neues und Eigenes geschaffen?
  • Welche kulturellen Kontexte oder sensiblen Themen sind mit meinem Ausgangsmaterial verbunden?
    • Wie gehe ich respektvoll mit kulturellen Einflüssen um?

Durchführung in der Schule

In der dritten Unterrichtsstunde geht es um Interpolation und Songwriting mit GarageBand. Zunächst wird im Plenum erarbeitet, welche Teile eines Beispielsongs sich für eine Interpolation eignen. Anschließend werden die Bearbeitungsmöglichkeiten von MIDI- und Audiospuren anhand eines mit dem Beamer verbundenen iPads demonstriert. Dabei führen sowohl die Lehrkraft als auch die Schüler*innen einzelne Bearbeitungsschritte am iPad durch. Parallel dazu vollziehen die Schüler*innen die Schritte eigenständig auf ihren eigenen iPads nach. Zur Sicherung sowie zur Unterstützung des weiteren Arbeitsprozesses werden die unten aufgeführten Hilfsmaterialien an die Schüler*innen ausgegeben.

In den Unterrichtsstunden fünf bis sieben Eigenständige Arbeit an den Songs können die Schüler*innen entscheiden, ob sie mit den von dir vorbereiteten bzw. bereits vorhandenen MIDI-Dateien arbeiten wollen, oder ob sie ihre Interpolationen lieber selbst einspielen möchten. Dazu sollte ein zweiter Unterrichtsraum so eingerichtet werden, dass die iPads mit den benötigten Interfaces verbunden werden können, Mikrofone und Instrumente vorhanden sind und das Notenmaterial vorliegt. Alle Hilfsmaterialien und Videos sollten den Schüler*innen als Unterstützung bei der Produktion ihrer Songs zur Verfügung stehen.

In der achten Unterrichtsstunde steht die Vorstellung der Ergebnisse und kriteriengeleitetes Feedback im Mittelpunkt. Nach einer kurzen Einführung in den Ablauf und die Feedbackregeln präsentieren die Schüler*innen ihre fertigen Songs im Plenum und erläutern zentrale gestalterische Entscheidungen sowie den Umgang mit den gewählten Interpolationen. Anschließend erfolgt eine kriteriengeleitete Rückmeldung durch die Klasse, bevor das Projekt in einer gemeinsamen Abschlussrunde reflektiert wird.